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Olympia - Machbarkeitsstudie - Title

Die Studienergebnisse im Detail

Die Machbarkeitsstudie beinhaltet ein Gesamtkonzept für eine mögliche Bewerbung Innsbruck-Tirols. In den sechs unten angeführten Bereichen wurde eine detaillierte Planung für eine optimale Variante vorgenommen. Neben den organisatorischen und sportlichen Voraussetzungen wurden die Themen Finanzen, Umwelt und Nachhaltigkeit, sowie Transport und Verkehr beleuchtet.

Finanzen

Die Grundsätze der Machbarkeitsstudie sehen eine konservative Kalkulation aller Kosten und Einnahmen vor. Die in der Agenda 2020 definierten kleineren, dezentraleren Olympischen Winterspiele ermöglichen eine maßgebliche Kostenreduktion im Vergleich zu vorangegangenen Bewerbungen.

Die geschätzten Kosten für die Organisation und Durchführung der Spiele liegen bei 1,175 Mrd. Euro. Diese können mit den ebenfalls konservativ geschätzten Einnahmen in der gleichen Höhe - ohne öffentliche Zuschüsse - gedeckt werden. Entsprechende Sicherheitsreserven sind bei den Ausgaben miteinberechnet.

Einnahmepotentiale

525 Mio. EUR

IOC Beitrag

180 Mio. EUR

Nationale Sponsoren/Ausrüster

235 Mio. EUR

Eintrittskarten

35 Mio. EUR

Lizenzen & Merchandise

10 Mio. EUR

Spenden

15 Mio. EUR

Wiederverkauf (Ausrüstung und Ausstattung) nach Spielen

145 Mio. EUR

Sonstige Einnahmen (Vermietung, Provisionen, zusätzliche Veranstaltungen)

30 Mio. EUR

Einnahmen Paralympics

Kosten für die Organisation und Durchführung

130 Mio. EUR

Sportstätten und Räumlichkeiten (Mieten, Betriebskosten, temporäre Einrichtungen)

300 Mio. EUR

Durchführung der Sportveranstaltungen inkl. Unterkunft, Verpflegung, Logistik, Sicherheit, Transport

185 Mio. EUR

Technologie (TV, IT, Internet)

180 Mio. EUR

Personalkosten für Löhne und Gehälter

40 Mio. EUR

Kulturprogramm und Zeremonien

50 Mio. EUR

Kommunikation und Werbung

55 Mio. EUR

Administrative Kosten (Verwaltung, Büro)

75 Mio. EUR

Lizenzgebühren an das IOC

60 Mio. EUR

Durchführung der Paralympischen Spiele

100 Mio. EUR

Sicherheitsreserve

Die Kalkulation basiert auf Erfahrungswerten vergangener Spiele, Hochrechnungen und Informationen des IOC.

Umwelt und Nachhaltigkeit

Als Grundlage der Machbarkeitsstudie definieren die Studienautoren ein modernes Verständnis von Nachhaltigkeit. Mögliche Spiele sollen von Beginn an:

  • ökologisch verantwortbar
  • sozial verträglich
  • wirtschaftlich tragfähig

sein. Dabei steht die gesicherte Nachnutzung der bereits bestehenden international bedeutsamen Sportstätten ebenso im Vordergrund, wie die Konfliktminimierung von Naturhaushalt und Landschaftsbild sowie die Kostenreduktion.

Für die Wettkampfstätten der Vorzugsvariante wurde ein Umwelt-Screening durchgeführt, mit dem Ziel eine erste räumliche Wirkungsabschätzung auf die Umwelt abzuleiten. Durch die Analyse möglicher Konfliktpotenziale konnte das Umwelt-Screening nachweisen, dass das Ziel des Standorte-Konzepts, „keine naturschutzfachlich hochwertigen Bereiche zusätzlich zu nutzen oder gar zu beeinträchtigen“, erreichbar ist.

Einhergehend wurde ein Entwicklungsrahmen für mögliche Spiele in Innsbruck-Tirol entwickelt:

Olympia - Umwelt und Nachhaltigkeit - Title

Für eine mögliche Bewerbung wurden 12 Leitsätze festgelegt, die für die nachhaltige Planung von Olympischen Spielen zu befolgen sind:

  • Innsbruck, Tirol und Österreich haben die Stärke und das Verantwortungsbewusstsein mit einem nach­haltigen Konzept eine Vorreiterrolle für moderne Olympische und Paralympische Winterspiele zu über­nehmen.
  • Innsbruck und Tirol können herausragende Spiele in einem modernen, regional tragfähigen For­mat unter Anwendung höchster ökologischer und sozialer Standards anbieten.
  • Innsbruck und Tirol nutzen die sich aus den Olympischen und Paralympischen Spielen ergebenden Impulse für eine nachhaltige Entwicklung ihres attraktiven alpinen Lebensraums und erfolg­reichen Wirtschaftsraums.
  • Wo immer möglich und soweit die sportfachlichen Anforderungen für Olympia erfüllt werden können, besitzt die Nutzung bereits bestehender Sport- und Veranstaltungsstätten in Tirol oberste Pri­orität.
  • Zielkonflikte in der Projektentwicklung müssen grundsätzlich mit Hilfe von Kosten-Nutzen-Bewer­tungen gelöst werden. Dabei orientieren sich die Entscheidungen an Kosteneffizienz und der Ein­haltung ökologischer und sozialer Rahmenvorgaben.
  • Tirol und Innsbruck werden mit den Spielen ihrer Selbstverantwortung als führendes alpines Tourismus- und Sportland mit hoher internationaler Reputation gerecht.
  • Mit den Winterspielen stärken wir den Sport und aktivieren die gesellschaftlichen Potenziale des Breiten- und Leistungssports in Tirol und ganz Österreich.
  • Wir ermöglichen allen Menschen und insbesondere der Jugend einen verbesserten Zugang zu Sport, Tradition und Kultur auf Basis der olympischen Werte „Excellence, Friendship and Respect".
  • Von Beginn an werden die Planungen einem Umweltscreening unterzogen, um frühzeitig Kon­fliktpotenziale zu erkennen und durch Standorts- oder Planungsalternativen aufzuheben.
  • Voraussetzung jeder Sportstätten-/ Gebäudeplanung ist eine kritische Bedarfsprüfung und ein ökologisch und ökonomisch ausgewogenes Konzept für die langfristige Nutzung.
  • Ein nachhaltiges Konzept muss sich in einer angepassten Dimensionierung der Spiele und entsprechend begrenzten Ausgaben widerspiegeln.
  • Sorgfältige Planung und strenges Kostenmanagement sind Eckpfeiler einer Bewerbung. Maß­nahmen werden bereits in einer frühen Projektphase daraufhin untersucht, ob es unter Einhaltung der ökologischen und sozialen Rahmenvorgaben wirtschaftlich tragfähige Alternativen oder Varianten gibt.

Sportbewerbe

2026 werden bei den Olympischen Winterspielen in 15 verschiedenen Sportarten Wettkämpfe ausgetragen:

Olympia - Sportbewerbe - Title
Ski Alpin

Abfahrt

Super G

Super-Kombination

Riesenslalom

Slalom

Olympia - Sportbewerbe - Title
Biathlon
Olympia - Sportbewerbe - Title
Langlauf
Olympia - Sportbewerbe - Title
Nordische Kombination
Olympia - Sportbewerbe - Title
Eishockey
Olympia - Sportbewerbe - Title
Eisschnelllauf
Olympia - Sportbewerbe - Title
Eiskunstlauf
Olympia - Sportbewerbe - Title
Short Track
Olympia - Sportbewerbe - Title
Curling
Olympia - Sportbewerbe - Title
Bob
Olympia - Sportbewerbe - Title
Rodeln
Olympia - Sportbewerbe - Title
Skeleton
Olympia - Sportbewerbe - Title
Freestyle

Aerials

Moguls

Half-pipe

Slopestyle

Ski-x

Olympia - Sportbewerbe - Title
Snowboard

Big-Air

Half-pipe

Slopestyle

SB-X PGS

Olympia - Sportbewerbe - Title
Skispringen

Normalschanze

Großschanze

Bei den Paralympischen Winterspielen 2026 stehen folgende Sportarten am Programm:

Olympia - Sportbewerbe - Title
Ski Alpin

Abfahrt

Super G

Super-Kombination

Riesenslalom

Slalom

Olympia - Sportbewerbe - Title
Biathlon
Olympia - Sportbewerbe - Title
Langlauf
Olympia - Sportbewerbe - Title
Eishockey
Olympia - Sportbewerbe - Title
Curling
Olympia - Sportbewerbe - Title
Snowboard
Olympia - Sportbewerbe - Title
Bob
Olympia - Sportbewerbe - Title
Rodeln

Austragungsorte und Sportstätten

Im Rahmen der Studie wurden 50 potentielle Standorte einer Vorauswahl unterzogen. Kriterien dafür waren die sportfachliche Eignung, die Möglichkeit Disziplinen zu bündeln, die Erreichbarkeit und Anbindung sowie die Entfernung zur Hostcity Innsbruck.

Im Gesamtkonzept wurden die verbliebenen Standorte bezüglich Infrastruktur, Wettkampftradition, Zuschauerkapazität und weiteren Besonderheiten geprüft. In der empfohlenen Variante bestehen bereits 77% der Sportstätten, für notwendige temporäre Anlagen sind keine teuren und permanenten Bauten erforderlich. Die Studie empfiehlt folgende Austragungsorte:

Transport und Verkehr

In der Planung der Machbarkeitsstudie werden folgende Grundsätze bei Transport und Verkehr festgehalten:

Auswertungen vergangener Olympischer und Paralympischer (Winter-)Spiele haben gezeigt, dass neben dem Bau neuer Wettkampf- und Nicht-Wettkampfstätten, der Bau oder die Erweiterung von Verkehrsinfrastrukturen zentrale Kostentreiber waren.

  • Kein Bau neuer Verkehrsinfrastruktur nur wegen Olympischer Spiele.
  • Die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln soll gestärkt werden.
  • Die maximale Zuschauerkapazität wird durch die Leistungsfähigkeit der bestehenden Infrastruktur begrenzt.

In der Planung wurden ökologisch verträgliche Verkehrsmittel an erste Stelle gesetzt. Bei der Auswahl der Wettkampfstätten wurde besonders Wert auf die Erschließung durch öffentliche Verkehrsmittel gelegt, d.h. Standorte mit Schienenanbindung (wie z.B. St. Anton am Arlberg, Seefeld, Hochfilzen) wurden favorisiert.

Unterbringung

Tirol ist die führende Tourismusregion Österreichs und mit 340.000 Gästebetten ausgestattet. Im Tourismusjahr 2015/16 wurden 11,5 Mio. Gästeankünfte gezählt. Im Einzugsgebiet der möglichen Event- und Wettkampfstätten befinden sich 135.000 Betten, was im Vergleich mit vorigen Ausrichtern besonders positiv ist. 4.500 Athleten und Offizielle (u.a. Betreuer) sowie Gäste oder Medienvertreter müssen während der Spiele untergebracht werden.

Ähnlich wie bei den Wettkampfstätten ist auch die Unterbringung der Athleten und Betreuer dezentral vorgesehen. Neben einem olympischen Zentrum in der "Host City" Innsbruck sieht das Konzept auch Unterbringungen in den bevorzugten externen Austragungsorten als "Host Mountain Resorts" für Zuschauer, Athleten, Offizielle und Teile der Olympischen Familie vor. Konkret könnte sich die Unterbringung der 4.500 Athleten & Offiziellen prozentual wie folgt verteilen: Innsbruck (46%), Seefeld (13%), St. Anton (11%), Hochfilzen (8%), und externe Standorte (22%).

Olympia - Umwelt und Nachhaltigkeit - Title

Olympisches Dorf

Die Entwicklung des Olympischen Dorfs greift auf ein bestehendes städtebauliches Projekt zurück. Das Entwicklungsareal am Frachtenbahnhof Innsbruck ist aus folgenden Gründen der eindeutige Präferenzstandort für das Olympische Dorf:

  • Flächengröße und Wohnfläche sind ausreichend und bieten neben der rechnerisch erforderlichen Kapazität auch erforderliche Sicherheitsreserven.
  • Der Standort ist integriert in die Siedlungsentwicklung und liegt in fußläufiger Entfernung zu der Olympiaworld, dem räumlichen Schwerpunkt möglicher Winterspiele 2026.
  • Das Projekt basiert auf einer bestehenden Planung und steht im Einklang mit der langfristigen Stadtentwicklungspolitik.
  • Die Entwicklung des Standortes ist als Innenentwicklungsmaßnahme dem Nachhaltigkeitsgedanken verpflichtet. Die Umwidmung der Bahnfläche zu Wohnraum erfordert keine zusätzliche Flächenversiegelung.